Ort: Flughafen Düsseldorf, Terminal C. Business Lounge meiner Fluglinie.

Zeit: Zwei Stunden vor Abflug Richtung Dubai.

Der Check-In ist erfolgt. Ich fliege zum ersten Mal Businness Class – die Schlange am Schalter war deutlich kürzer als in der Economy Class. Nach Body Scan und elektronischer Passkontrolle sitze ich nun in der Business Lounge und warte auf den Abflug.

Schon jetzt habe ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein: Unten in der Flughalle warteten Familien, Großeltern, Kinder, die meisten arabischer Herkunft. Neben den Koffern hatten sie die verschiedensten, verschnürte Alltagsgegenstände mit – Dinge vermutlich, die sie mitbringen sollen, die sie zuhause nicht bekommen. Einen Fernseher habe ich gesehen, einen Mixer, riesige Pakete Windeln.

In meiner Schlange war das Gepäck kleiner. Eine Aktentasche mit Laptop war Standard. Sehr gemischte Nationalitäten, verschiedene Kulturen, die aufeinander treffen. Man spricht Englisch. Aber alle tragen legere Kleidung – es scheint bequemer zu sein für den Flug. Ich atme durch: Auffallen tue ich hier nicht. Noch ist es irgendwie meine Welt.

Nun, nach einem indischen Mittagessen mit frischen Früchten zum Nachtisch (buffet included) sitze ich nun selber am Laptop, lasse meinen Blick schweifen. Die Familien, Großeltern, Kinder sind nicht mehr hier. Die gemischten Nationalitäten sind geblieben. Es ist ruhig hier, die Hektik eine Etage unter uns haben die Menschen hier zurück gelassen. Man isst, trinkt, ist letztlich unter sich.

Auch von den Alltagsgegenständen ist hier nichts zu sehen. Dann schon eher Taschen aus dem Duty Free-Bereich.

Auffallen tue ich auch hier nicht. Aber es ist deutlich weniger meine Welt.

„Die da oben“ geht mir durch den Kopf. Und: „die da unten“. Aber noch sind wir in Deutschland. Um wieviel anders noch wird der Eindruck sein, wenn ich in ein paar Stunden in Kabul aus dem Flughafengebäude trete.

Ich atme tief durch. Auffallen werde ich da. Als Fremder, als Gast aus einer anderen Welt. Und doch sind es „nur“ knapp 5000 Kilometer.