Was nachwirkt, sind Kleinigkeiten. In den Begegnungen mit Menschen hier in Deutschland, im Begrüßen und Verabschieden, merke ich, was mir fehlt – weil es mir liebgeworden ist und ich doch keine direkte Übertragung ins Deutsche finde.

As-salāmu ʿalaikum beginnt in Afghanistan wie in vielen arabischen Ländern jede Begegnung: السلام عليكم, Friede (ruhe) auf dir, auf euch. Afghanische Männer ergreifen die Hand ihres Gegenübers mit zwei Händen, bergen sie in ihren, halten sie, deutlich länger als bei uns üblich. Frauen gegenüber neigt man als Mann nur höflich den Kopf. So oder so legt man seine rechte Hand auf sein Herz: Von dort her kommt der Gruß, der Wunsch.

Am Ende des Gespräches schließt sich wieder ein Wunsch an:  خُدا حافِظ, Chodâ Hafez. Möge Gott dein Beschützer sein. Häufig wird in Afghanistan dieser Wunsch zusammengezogen, Chodâfez. Schneller gesprochen, umgangssprachlich. „It’s like bye, you know – instead of good bye„, erklärt mir mein Co-Trainer.

Tschüss, denke ich, statt Auf Wiedersehen. Genauso gemeint, alltäglich, selbstverständlich. Und doch ist es so anders als bei uns – Gott prägt in Afghanistan das Leben ganz anders, viel durchdringender, viel tragender als bei uns.

Sich den Frieden wünschen und den schützenden Segen Gottes, wann immer wir einander begegnen. Was für eine Dimensionserweiterung.

[NB Die persischen und arabischen Schriftzeichen stammen von Wikipedia.org. Ich hoffe, dass die Schreibweisen stimmen.]